Wer Laserrauch absaugen will, denkt oft zuerst an Arbeitsschutz. Das ist richtig, greift in der Praxis aber zu kurz. Denn bei laserbasierten Prozessen geht es nicht nur darum, Emissionen aus dem Arbeitsbereich zu entfernen. Es geht ebenso um stabile Abläufe, saubere Maschinenumgebungen und verlässliche Produktionsbedingungen.
Je nach Verfahren, Material und Prozessführung entstehen beim Lasern Rauch, Feinstaub und sehr kleine luftgetragene Partikel. Manche davon sind so fein, dass sie mit bloßem Auge nicht wahrgenommen werden. Genau das macht das Thema anspruchsvoll. Was unsichtbar ist, wird im Alltag schnell unterschätzt.
Warum Laserrauch absaugen mehr als Arbeitsschutz ist
In vielen Betrieben wird Absaugtechnik noch vor allem als Schutzmaßnahme für Beschäftigte betrachtet. Dieser Blick ist verständlich, aber er ist nicht vollständig. Wer Laserrauch absaugen möchte, beeinflusst damit oft weit mehr als nur die Luft im unmittelbaren Arbeitsbereich.
Feine Partikel können sich im Umfeld verteilen, sich an sensiblen Komponenten ablagern und die allgemeine Sauberkeit im Prozess verschlechtern. Das kann Auswirkungen auf die Wartung, auf die Verfügbarkeit von Anlagen und auf die Konstanz von Fertigungsbedingungen haben. Kurz gesagt: Saubere Luft ist nicht nur ein Gesundheitsthema. Sie ist auch ein Prozessthema.
Wie klein Partikel aus Laserprozessen sein können
Besonders relevant wird das Thema durch die Partikelgrößen, die in wissenschaftlichen Untersuchungen beschrieben werden. In einer Studie zum Schneiden von 10 bis 30 mm dicken austenitischen 304L-Edelstahlplatten mit Hochleistungs-Faserlaser wurde für die entstehenden Aerosole ein count median aerodynamic diameter von etwa 0,12 µm gemessen, also rund 120 nm [1]. In derselben Arbeit beschreiben die Autoren außerdem, dass die Aerosolkonzentration bei steigender Schnittgeschwindigkeit je nach Bedingung um fast 30 % sank [1]. Das zeigt sehr deutlich, dass Emissionen aus Laserprozessen nicht nur vom Werkstoff abhängen. Auch die Prozessparameter spielen eine spürbare Rolle.
Noch kleinere Partikel wurden in einer Studie zur laserbasierten additiven Fertigung von Metallbauteilen beobachtet. Dort lag die überwiegende Zahl der gebildeten Primärpartikel im Bereich von 4 bis 16 nm. Die berichteten Medianwerte lagen bei 8,0 nm, 9,4 nm und 11,2 nm für die untersuchten Verfahren [2]. Untersucht wurden dabei drei laserbasierte additive Fertigungsverfahren mit Edelstahlpulvern. Diese Werte lassen sich nicht pauschal auf jedes Laserverfahren übertragen. Sie machen aber klar, dass in metallbasierten Laserprozessen Partikel im Nanometerbereich entstehen können [2].
Was diese Größenordnungen fachlich bedeuten
Gerade an dieser Stelle lohnt sich die Einordnung. Nicht jede kleine Partikelzahl ist automatisch gleichbedeutend mit einer konkreten Exposition im selben Maß. Trotzdem helfen solche Größenordnungen dabei, das Thema realistischer zu bewerten.
Nach NIOSH gelten Partikel grob bis etwa 100 µm als inhalierbar. Partikel im Bereich PM10 gelten als thorakal, und Partikel im Bereich PM4 als respirabel [3]. Das bedeutet: Sie können bis in die Alveolen der Lunge vordringen. Die WHO weist zusätzlich darauf hin, dass feine Partikel wie PM2.5 tief in die Lunge eindringen und teilweise weiter in den Körper gelangen können [4].
Damit wird verständlich, warum Laserrauch absaugen nicht allein unter dem Gesichtspunkt „Rauch muss weg“ betrachtet werden sollte. Wenn in Studien Aerosole von rund 120 nm oder Primärpartikel im Bereich von 4 bis 16 nm beschrieben werden [1][2], dann ist klar, dass hier sehr feine Emissionen eine Rolle spielen können. Genau deshalb kommt es auf eine technisch passende Erfassung und Filtration an.
Nicht jeder Laserprozess erzeugt dieselben Emissionen
Genauso wichtig ist die fachlich saubere Einschränkung: Nicht jeder Laserprozess erzeugt dieselben Emissionen, und nicht jede gemessene Partikelgröße lässt sich einfach auf andere Anwendungen übertragen. Das wäre zu pauschal.
Entscheidend sind immer das bearbeitete Material, das jeweilige Verfahren, die Leistung, die Prozessführung, die Luftführung und die konkrete Auslegung der Erfassung. Laserschneiden, Lasermarkieren, Laserreinigen und laserbasierte additive Fertigung sind nicht dasselbe. Selbst innerhalb eines Verfahrens können Materialwechsel oder veränderte Prozessparameter das Emissionsverhalten beeinflussen. Genau deshalb braucht eine gute Lösung keine pauschalen Versprechen, sondern eine saubere technische Auslegung.
Was gute Absaugung in der Praxis leisten muss
Wer Laserrauch absaugen will, braucht mehr als eine allgemeine Luftbewegung im Raum. Entscheidend ist, dass Emissionen möglichst früh und möglichst nah am Entstehungsort erfasst werden. Je besser das gelingt, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich Partikel unkontrolliert im Umfeld verteilen.
Eine gut ausgelegte Absaug- und Filterlösung kann dazu beitragen,
- die Belastung im Arbeitsumfeld zu reduzieren,
- feine Emissionen direkt aus dem Prozess zu entfernen,
- empfindliche Anlagenbereiche sauberer zu halten,
- Ablagerungen im Umfeld zu verringern,
- den Wartungsaufwand zu senken,
- und stabilere Bedingungen in der Fertigung zu unterstützen.
Das klingt technisch, ist in der Praxis aber sehr konkret. Wo weniger Emissionen im Umfeld verbleiben, steigt oft auch die Betriebssicherheit. Und wo Prozesse sauberer laufen, werden Qualität und Verfügbarkeit häufig gleich mitgestärkt.
Laserrauch absaugen als Teil einer stabilen Fertigung
Am Ende geht es also nicht nur um eine einzelne Schutzmaßnahme. Wer Laserrauch absaugen muss, entscheidet gleichzeitig über einen Teil der Prozessqualität. Saubere Luft am Entstehungsort kann helfen, Menschen zu schützen, Maschinen sauberer zu halten und Produktionsbedingungen verlässlicher zu machen.
Genau darin liegt der eigentliche Mehrwert. Absaugung ist kein Randthema, das erst nach dem Prozess beginnt. Sie ist ein technischer Bestandteil einer durchdachten Fertigung.
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Quellen
-
- [1] Ock et al.: Secondary emission behavior analysis and aerosol characteristics evaluation in laser cutting for safe nuclear decommissioning
https://snu.elsevierpure.com/en/publications/secondary-emission-behavior-analysis-and-aerosol-characteristics- - [2] Thomassen et al.: Characterization of ultrafine particles emitted during laser-based additive manufacturing of metal parts
https://www.nature.com/articles/s41598-020-78073-z - [3] NIOSH: Quantification of Airborne Dusts From Powders
https://www.cdc.gov/niosh/nmam/pdf/Chapter-AD.pdf - [4] WHO: What are the WHO Air quality guidelines?
https://www.who.int/news-room/feature-stories/detail/what-are-the-who-air-quality-guidelines
- [1] Ock et al.: Secondary emission behavior analysis and aerosol characteristics evaluation in laser cutting for safe nuclear decommissioning