Precoatierung

Was ist Precoatierung?

Precoating beschreibt das Aufbringen einer zusätzlichen Schicht auf einen Patronenfilter. Während der Filtration bleiben schädliche Partikel an der Schicht anstelle des Filters haften. Ein Reinigungsmechanismus befreit den Filter von der Schicht mit den abgesaugten Substanzen. Dies führt zu einer längeren Lebensdauer des Filters, da anstatt eines Austausches eine neue Schicht auf den Filter aufgebracht werden kann, die eine weitere sichere Filtration gewährleistet.

Insbesondere beim Absaugen klebriger Staubemissionen, wie z. B. Harze, kommt es vermehrt zu einer zu starken und schnellen Sättigung von Filtern. Die Partikel verkleben und zersetzen die Poren des Filtermaterials, so dass ein Sättigungsfilter bereits nach kurzer Zeit keine weiteren Schadpartikel mehr aufnehmen kann. Bei der Precoatierung schützt eine zusätzliche Schicht die Filterpatrone vor diesem Verkleben und erleichtert deren Reinigung sowie die Filtration sehr feiner Feststoffpartikeln.

Der Überzug (engl. coat) wird vor (engl. pre) der Filtration aufgetragen. Das Precoatiermittel wird bei laufendem Betrieb dosiert in die Rohgasleitung eingebracht. Nur bei gleichmäßigen Druckpotentials kann das Mittel den Weg des geringsten Widerstands nehmen und eine gleichmäßige Schicht für den optimalen Schutz anreichern. Die Schmutzpartikel setzen sich auf dem Hilfsmittel ab und lassen einen sogenannten Filterkuchen entstehen. Dieser besteht aus der Schutzschicht und den daran haften gebliebenen Partikeln.

Nach jeder Filtration erfolgt der Reinigungsprozess. Mittels Druckluftstöße fällt der sich gebildete Filterkuchen in den Staubbehälter der Anlage. Erneutes Hinzufügen des Precoatiermittels lässt eine neue Schicht auf dem Filter entstehen, auf welchem sich weitere Partikel anreichern. Nur bei kontinuierlicher Wiederholung des Prozesses kann eine sichere Filtration gewährleistet werden. Jeder folgende Zyklus verfügt somit über eine unversetzte Schicht, auf der sich weitere Schadpartikel anhaften können.

Die Abscheidung dieser Partikel durch Druckluftimpulse macht den Filter über einen längeren Zeitraum einsetzbar, ohne großen Verlust der Leistung aufzuzeigen. Besonders bei hohem Staubanfall, sowie feuchten oder klebrigen Stäuben unterstützt dieser Prozess auch nachgeschaltete Absauganlagen. Somit halten auch darin integrierte Sättigungsfilter länger, da die klebrigen Stoffe an dem Precoatiermittel auf der Filterpatrone haften bleiben. Filterwechsel werden dadurch reduziert.