Feinstaub ist besonders gesundheitsgefährdend

Die Klassifizierung von Feinstaub erfolgt nach der Partikelgröße (genauer: nach dem aerodynamischen Durchmesser). Feinstaub mit einer Partikelgröße von 10µm ist lungengängig. Diese Partikel erreichen den Bronchialbereich. Bei Feinstaub gilt: Je kleiner die Staubpartikel, desto gefährlicher ist der Staub, da er weiter in die Lunge eindringen kann. Besonders feiner Staub kann bis in die Lungenbläschen vordringen und sie verstopfen – eine unnötige starke Belastung für die Lunge!

Bei Laserprozessen entstehender Feinstaub und Aerosole sind oft kleiner als 1µm. Diese Partikel sind extrem gefährlich, da sie sehr weit in die Lunge eindringen können, und sollten nicht eingeatmet werden! Abhängig von ihrer chemischen Zusammensetzung haben sie weitere gesundheitsschädigende Wirkungen.

Gemäß neuerer Untersuchungen gibt es keine Wirkschwelle, unterhalb derer gesundheitsschädigende Auswirkungen durch Feinstaubexposition ausgeschlossen sind, sondern die Gesundheitsbelastung steigt linear proportional zur Feinstaubkonzentration. Die EU-Luftreinhaltepläne peilen jedoch eine maximale Feinstaubkonzentration von 40-50µg/m³ in der Atemluft an. Dem ist gegenüberzustellen, dass die Feinstaubkonzentration bei Laserprozessen teilweise 100µg/m³ und mehr beträgt !

 

ProzessMengeAerodynamischer Durchmesser
Aerosole – EmissionAbtragen von Kunststoff> 30mg/s< 0,12µm
Schweißen von Metall> 9mg/s
Schneiden von Metall> 100mg/s
Abtragen von Lack> 25mg/s< 0,23µm
Feinstaub – KonzentrationSchneiden von Kunststoff> 500µg/m³< 1,7µm
Schneiden von Metall> 300µg/m³
Schweißen von Metall> 2000µg/m³

 

Detailliertere Informationen stellt das Laser Zentrum Hannover in der Datenbank Lasersicherheit (http://www.lzh.de/de/publikationen/lasersicherheit) zur Verfügung.

Wie der Tabelle zu entnehmen ist, wird der Grenzwert von 50µg/m³ oft dramatisch überschritten; außerdem sind die Partikel in vielen Fällen so klein, dass sie tief in die Lunge eindringen. Ein großer Teil ist alveolengängig, das heißt er dringt in die Lungenbläschen ein, welche auf diese Art blockiert werden.

Wie kann man sich schützen

Um gesundheitlichen Schäden durch Feinstaubbelastung vorzubeugen, ist eine Reduktion der Feinstaubproduktion durch Menschen notwendig. Die durch die EU-Richtlinien initiierten Luftreinhaltepläne sind hierfür bereits sehr nützlich, doch sie beeinflussen nur die Feinstaubbelastung der Außenluft. Sehr häufig entstehen große Mengen Feinstaub jedoch in der materialverarbeitenden Industrie, beim Löten, Schweißen, Fräsen; bei Arbeiten mit Lasern, oder auch in Copyshops durch Laserdrucker, in Nagelstudios und an vielen anderen Arbeitsplätzen.

In vielen Fällen kann der Gefährdung durch Verwendung von geeigneten Absauganlagen vorgebeugt werden, welche die Atemluft von schädlichen Substanzen befreien. Eine Absaugung sollte alle bei den einzelnen Arbeiten entstehenden Schadstoffe, wie Ruß, Staub, Feinstaub, Alkohol- und sonstige Lösemitteldämpfe, Öldämpfe, und giftige Gase, aus der Atemluft entfernen.